12.05.2010
Gesegnetes Pilgerbier
Im Brauhaus auf dem Kreuzberg wurde das erste Pilgerbier gesegnet
"Für so etwas hat man dann doch immer Zeit," meinte Pfarrer Matthias Steffel mit einem Schmunzeln, als er nach getaner Arbeit zum Bierkrug greifen konnte. Schließlich hatte er - nach
absolvierter Sternfahrt von Hallersdorf, Willersdorf und Schnaid auf den Kreuzberg - gerade im Lagerkeller des Brauhauses am Kreuzberg Neuland betreten. Zum ersten Mal in seiner noch jungen
Karriere segnete der Geistliche das neue Pilgerbier von Norbert Winkelmann.
Nicht alltäglich: Bier-Segnung im Lagerkeller.
Uriges Siebenkornbier
Der hatte sich eine neue Spezialität überlegt - ein Bier aus Gerste, Weizen, Roggen, Emmer, Einkorn, Hafer und Dinkel. Mit 13,5% Stammwürze hat das kräftige Bier einen hohen Stammwürzegehalt,
aber trotzdem nur moderate 4,5% Alkohol. Gedacht ist der Gerstensaft für die vielen Pilger, die sich seit der Einrichtung des Jakobsweges am Kreuzberg hier einfinden. Von jedem verkauften Seidla
fließen nämlich 50 Cent je zur Hälfte an die Kirche zum Erhalt der Kreuzbergkapelle und den Träger des Jakobsweges zur Pflege von Strecke und Beschilderung. Und damit das neue Bier gleich unter
einem guten Stern steht, fanden sich Bürgermeister Heribert Weber und Pfarrer Steffel am Dienstag Abend im Brauhaus am Kreuzberg ein, um das Pilgerbier zu weihen.
Pfarrer Matthias Steffel zapft das erste Pilgerbier direkt aus dem Tank.
Nicht vom Brot allein
"Die Gaben der Erde sind den Menschen gegeben, damit er etwas Gutes daraus macht," schloß Matthias Steffel seine kleine Ansprache, die er mit dem bekannten Satz "Der Mensch lebt nicht vom Brot
allein" eröffnet hatte. Gemeinsam mit zwei Ministranten war die Weihe innerhalb weniger Minuten vollzogen und das erste Pilgerbier gezwickelt, also frisch aus dem Lagertank gezapft, die anderen
Gäste folgten. Gleich mit dem ersten Schluck waren sie alle begeistert: "Ein Segen für die Pilger!" Doch nicht nur die können zugreifen, denn das Pilgerbier wird eines von acht Bieren sein, die im
beliebten Brauhaus-Bierkeller am Kreuzberg direkt vom Fass ausgeschenkt werden. Brauer Norbert Winkelmann erklärt seinen Plan: "Ich wollte damit ein möglichst geschmackvolles, aber eben nicht zu
alkoholhaltiges Bier für die Wanderer machen, allerdings wusste ich nicht genau, was am Ende aus meinem Rezept mit den sieben Malzen werden würde." Nun kann er stolz sein, denn das Ergebnis
zauberte allen ein Lächeln auf die Lippen - vom Pfarrer bis zu Bürgermeister und Gemeinderäten.
Brauer Norbert Winkelmann, Pfarrer Matthias Steffel und Bürgermeister Heribert Weber stoßen auf das frisch geweihte Pilgerbier an.
Das Pilgerbier fährt zum Papst
Bürgermeister und Pfarrer machen sich über Pfingsten gemeinsam mit den Ministranten des Unteren Aischgrundes auf nach Rom, zu einer Pilgerreise mit Papstaudienz. Klar, dass dazu nun auch
mehrere Flaschen des neuen Pilgerbieres gehören werden, die dann in der Ewigen Stadt den Vatikanvertretern und natürlich Seiner Heiligkeit persönlich überreicht werden. Damit dürfte das Pilgerbier
vom Kreuzberg nicht nur das erste hiesige geweihte Pilgerbier sein, sondern wohl auch der erste solche Gerstensaft, der dem Heiligen Vater persönlich überreicht wird. Unseren Lesern können wir nun
nur noch die kleine Wallfahrt auf den Kreuzberg ans Herz legen: Schließlich gibt es das Pilgerbier nur im dortigen Brauhaus - und in Rom, aber dahin dauert es ein bisschen länger...
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